
In ihren Bildern – meist sind es Grafiken oder Druckgrafiken – verbindet Annet Kuska häufig menschliches und tierisches, oft sind es Vögel. Die daraus entstehenden Wesen haben manchmal etwas von Mischwesen. Chimärenhaft bewegen sie sich in einer Art bizarrer
oder fabelhafter Prozession über die Bildfläche. In anderen Bildern erscheint das Tier eher als Begleiter oder sogar als alter ego, als tierischer Stellvertreter, der dargestellten Person. Die Portraits von Tier und Mensch liegen übereinander, sie überschneiden sich, gehören somit zusammen und bleiben doch auch getrennt wahrnehmbar.
“Wer sind die? Was geht hier vor?” fragt sich der eine oder die andere. Die Bildserien und Portraits wirken wie Ausschnitte aus märchenhaften Erzählungen. Und die Frage nach einer Geschichte, die zu den dargestellten Figuren passt, drängt sich auf. Tatsächlich gibt es keinen Text als Grundlage für Kuskas Arbeiten. Doch der narrative Impuls ist beabsichtigt, da er letztendlich die Frage an die Betrachter zurückgibt: Wer bist du, und was geht hier vor?