
Der Kunstverein Friedrichshafen zeigt unter dem Titel TRIGGER WARNING bis 30. August 2026 die erste institutionelle Einzelausstellung der ukrainischen Künstlerin Alina Kleytman in Deutschland.
In skulpturalen Installationen und Videoarbeiten setzt sich Kleytman mit Gewalt, Krieg, Trauma und den Bildern kollektiver Erinnerung auseinander. Die Ausstellung schafft einen Raum, in dem politische Realität und emotionale Erfahrung unmittelbar aufeinandertreffen.
Die Künstlerin selbst beschreibt ihre Methode als hysterical realism. Damit benennt sie eine Wirklichkeit, die nicht nüchtern betrachtet werden kann, weil sie sich schon hysterisch verhält; eine Realität, in der Gewalt, Sexualisierung, Konsum und moralische Selbstdarstellung nicht getrennt voneinander auftreten, sondern sich wie Häute übereinanderlegen.
Kleytmans „Close Your Eyes and Open Your Mouth“ bewegt sich zwischen Monument und Ruine, zwischen Groteske und Verletzlichkeit. Die Skulptur verkörpert Zustände von Angst, Ohnmacht und Widerstand und macht sichtbar, wie sich Gewalt in Körper, Bilder und kollektive Vorstellungswelten einschreibt.

Auf den Etagen des Kunstvereins werden die neu produzierten Videoarbeiten „Are u tired?“, „Thank you, Daddy!“ und „Cradle of Democracy“ projiziert. Die Arbeiten untersuchen Grenzen, Territorien und die Erfahrung eines andauernden Krieges.
TRIGGER WARNING schafft keinen sogenannten sicheren Raum, keinen Abstand zum Dargestellten. Der Raum fordert eine unmittelbare Auseinandersetzung mit politischer Realität und emotionaler Erfahrung.
Weitere Informationen zur Ausstellung beim Kunstverein Friedrichshafen.
Titelbild: Alina Kleytman, Are u tied?, 2026 © Gunia Nowik Gallery



Schreibe einen Kommentar