
Das Museum Schloss Fellenberg in Merzig zeigt nur noch bis zum 12.07.2026 die Ausstellung Whats remains von Margit Schäfer. Die Künstlerin erhielt am 17. Juni 2026 den 11. Monika von Boch-Preis für Fotografie.
Margit Schäfer studierte 1998–2004 an der Saarbrücker HBK Freie Kunst mit den Schwerpunkten Malerei und Mixed Media. Das Studium schloss sie mit Diplom als Meisterschülerin von Professor Daniel Hausig ab. In ihren Serien „Vermächtnis“ und „Zehn Leben“, die zu Beginn des 21. Jahrhunderts entstanden, nutzte Margit Schäfer das Medium Fotografie, um sich selbst in verschiedenen Rollen zu inszenieren. In „Vermächtnis“ stellt sie Bilder nach, die ihr Vater kurz nach der Hochzeit von ihrer Mutter machte. Sie zeigt sich in der Kleidung ihrer Mutter (oder ähnlicher) und in der Wohnungseinrichtung ihrer Eltern. In „Zehn Leben“ stellt sie sich an der Seite vermeintlicher Partner vor, die unterschiedlichen Gruppen der sogenannten „Jugendkultur“ angehören. Sie selbst betreibt entsprechend Mimikrie, mal als Punk, mal eher als Hippie in Kleidung wie auch in der Haltung.

In den letzten Jahren schlug Margit Schäfer ein neues Kapitel ihres fotografischen Schaffens auf. Es entstanden formal reduzierte fotografische Serien, deren Bilder mal mit, mal ohne Kamera entstanden, mal als Schwarzweißbild mal in Blauweiß als Cyanotypie. Waren ihre frühen Arbeiten stärker auf soziale und psychologische Themen – zumindest vom ersten Eindruck her – ausgerichtet, stehen ihre jüngsten Arbeiten für eine stärkere Auseinandersetzung mit dem Verhältnis von Mensch zu Landschaft und Natur. In diesen Arbeiten gelingen Margit Schäfer sehr tiefgründige, stimmungsgeladene Wege zu fast symbolischen oder allegorischen Aussagen in ihrer Fotografie, mit der sie Bilder erschafft, die vom Leben, Reifen und von seinen Erschütterungen erzählen.
Ihre Serien sind manchmal nach poetischen Texten betitelt wie „The House of Belonging“. Andere heißen „The Planets within“, „Atlantic – Written by the Ocean“, „The Meadow near home“. Allesamt sind sie als Cyanotypien angelegt – ein beindruckend einfaches lichtempfindliches Verfahren, das belichtete Stellen nicht schwarz, sondern blau aufscheinen lässt. Das Blau hat eine stark verfremdende Wirkung, stärker als die Grauwerte in der Schwarzweißfotografie. Das Verfahren geht zurück ins 19. Jahrhundert, und es war eine Frau, die es erfand: Anna Atkins (1799–1871). Als Botanikerin gab sie 1844 „British Algae, Cyanotype Impressions“ heraus. Dieses Interesse an der Natur teilt sie mit Margit Schäfer, die inhaltlich und technisch Bezüge zur Archaik des Fotografischen provoziert. Darin kann man aber auch eine Parallele zum Werk der Namensgeberin unseres Preises erkennen: Monika von Boch ließ großes botanisches Wissen in ihre Fotografie einfließen und sie ließ sich motivisch oft von ihrer direkten Umgebung inspirieren. Sie lebte zeitlebens in Mettlach. Margit Schäfer lebt in Konz und verarbeitet in ihren fotografischen Arbeiten auch die Flusslandschaft an der Saar.

Termin und Begleitprogramm:
Sonntag, 12.07.2026 | 11–12.30 Uhr
Sonntags-Matinee mit Frühschoppen auf dem Außengelände Schloss Fellenberg mit dem Musikverein St. Hubertus Schwemlingen
Finissage | 14–17 Uhr
Kunstverkauf kleiner, eigens angefertigter Arbeiten.
15 Uhr | Künstlergespräch
Margit Schäfer spricht mit Dr. Roland Augustin, Leiter Fotografische Sammlung, Saarlandmuseum
Die Ausstellung ist noch zu sehen bis zum 12.07.2026 zu den Öffnungszeiten: donnerstags, freitags, sonntags von 14 bis 17 Uhr
Weitere Infos unter:
Museum Schloss Fellenberg, Torstraße 45, 66663 Merzig
www.museum-schloss-fellenberg.de, Tel. 06861 804620
Foto: Margit Schäfer ©Margit Schäfer



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