
Mit einer Ausstellung und einer vierteiligen Vortragsreihe ehren die Künstlernachlässe Mannheim und PORT25 – Raum für Gegenwartskunst den Mannheimer Künstler Franz Schömbs (1909-1976). Der Maler und Filmemacher arbeitete äußerst experimentell, war seiner Zeit bisweilen voraus und entsprechend wurden seine Werke vom zeitgenössischen Publikum oft nicht angemessen gewürdigt. Dabei ist Franz Schömbs ein Ausnahmekünstler! Seit den 1930er Jahren beschäftigte er sich mit der Frage von Zeit, Raum und Bewegung im Bild, die ihn schließlich zum Bewegtbild führte, und er entwickelte durchaus avantgardistische Bild- und Präsentationsformen. Für den Kunstfilm „Die Geburt des Lichts“ zog Schömbs 1957 von Mannheim nach München, wo ihm die Unda-Film die Möglichkeit bot, seine Ideen zu realisieren. Schömbs hatte eine komplexe Maschine, den „Integrator“, entworfen, durch den er nach einer genau berechneten Partitur bemalte, schablonenartig ausgeschnittene Bildstreifen laufen ließ. Mittels Mehrfachbelichtungen und Spiegelungen entstanden immer neue Farb- und Formkonstellationen, in denen sich Raum und Zeit im abstrakten Farbklang verbinden. Von der Kritik hoch gelobt, war auch das fürs Publikum zu herausfordernd. Im PORT25 werden Schömbs‘ Filme neben exemplarischen Werken präsentiert. In der begleitenden Vortragsreihe geht es um den Künstler und sein Werk (Silvia Köhler), seine Filme im Kontext des deutschen Experimentalfilms (Thomas Worschech) sowie im kunsthistorischen Kontext (Prof. Dr. Henry Keazor) und um die Herausforderungen bei der Restaurierung und Digitalisierung (Lou Burkart).

Alle Termine im Überblick:
Fr, 10/04/2026, 19 Uhr – Eröffnung der Ausstellung
Do, 16/04/2026, 19 Uhr – Silvia Köhler (Vorstand Künstlernachlässe Mannheim), gibt einen Überblick über Franz Schömbs’ Biografie und seine Kunst
Do, 30/04/2026, 19 Uhr – Thomas Worschech (DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum, Frankfurt am Main) verortet die Filme von Franz Schömbs in den Kontext des deutschen Experimentalfilms der 1950er-Jahre
Do, 07/05/2026, 19 Uhr – Lou Burkart (Kuratorin, Eye Filmmuseum Amsterdam) schildert die Herausforderungen, vor denen sie bei der Restaurierung und Digitalisierung der verschiedenen Filmversionen 2022 stand
Do, 28/05/2026, 19 Uhr – Prof. Dr. Henry Keazor (Institut für Europäische Kunstgeschichte an der Universität Heidelberg) ordnet Schömbs’ Filmarbeiten in den kunsthistorischen Kontext ein
Alle Vorträge können auch live auf dem YouTube der Künstlernachlässe Mannheim gestreamt werden
PORT25 – Raum für Gegenwartskunst, Hafenstraße 25–27, 68159 Mannheim
Öffnungszeiten: Mi–So 11–18 Uhr, der Eintritt ist frei
Titelbild: Filmmstill aus Franz Schöbs Film Geburt des Lichts 1957 ©Deutsches Filminstitut Filmmuseum



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