Im Rahmen der Ausstellung „im Licht“ von Camill Leberer zeigt die Galerie Peter Zimmermann aktuelle Skulpturen und Wandarbeiten, in denen sich sein skulpturales Denken in der Fläche manifestiert und die Grenzen zwischen Malerei und Objekt neu ausgelotet werden. Im Zentrum steht das Licht als konstituierendes Element der Wahrnehmung.
Ausgehend von industriellen Materialien wie Stahl, Eisen und Glas entwickelt Leberer Werke, deren Bildträger durch Schleifprozesse eine lebendige Struktur erhalten. Die bearbeiteten Metalloberflächen werden mit eigens hergestellten Acryllacken in transparenten und deckenden Schichten überzogen oder durch farbiges Glas überlagert. Farbe erscheint dabei nicht als bloße Oberfläche, sondern entfaltet sich erst im Licht als raumbildendes Phänomen, das sich mit der Bewegung des Betrachters verändert.
Charakteristisch ist die intensive Farbigkeit: tiefes Rot, vibrierendes Blau und Violett sowie kontrastierende Grün- und Gelbtöne treten in ein präzise austariertes Verhältnis. Geometrische Setzungen – Streifen, Blöcke, Überlagerungen – strukturieren die Fläche, während Schleifspuren das Licht brechen und eine eigene Dynamik erzeugen. So entsteht eine pulsierende, beinahe immaterielle Tiefe.
Im Wechselspiel von opaken und transparenten Schichten entstehen visuelle Räume, die sich im Licht öffnen oder verdichten. Reflexion, Durchsicht und Überlagerung lassen das Dahinterliegende erscheinen und zugleich entgleiten. Die Arbeiten existieren wesentlich im Licht und durch das Licht.
Leberers Werke sind präzise konstruierte Bildgefüge und zugleich offene Wahrnehmungsräume, in denen sich Material, Licht und Farbe zu einer vielschichtigen Erfahrung verbinden.
