
Ausstellung: 23. Mai bis 16. August 2026
Mit der Ausstellung Nanne Meyer. Gezieltes Umherirren zeigt die Staatliche Kunsthalle Karlsruhe vom 23. Mai bis zum 16. August 2026 eine große Schau der Berliner Zeichnerin Nanne Meyer (*1953) in der wiedereröffneten Orangerie am Botanischen Garten. Mehr als 500 Arbeiten sind zu sehen, darunter zahlreiche neue Werkgruppen, die eigens für Karlsruhe entstanden sind.
Wer die Ausstellung besucht, begegnet keiner geradlinigen Erzählung. Stattdessen öffnen sich immer neue Verbindungen: Linien werden zu Wegen, Flecken erinnern an Landschaften, Orangen an Planeten oder Sonnen.
Vieles scheint im Entstehen begriffen, manches löst sich wieder auf. Gerade darin liegt die besondere Qualität der Kunst Meyers, die seit Jahrzehnten zu den wichtigsten Positionen der zeitgenössischen Zeichnung zählt. Von 1994 bis 2016 war sie Professorin an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee, seit 2019 ist sie Mitglied der Akademie der Künste in Berlin.
Schrift und Sprache sind essentielle Bestandteile ihres Schaffens. Seit den späten 1970er Jahren arbeitet die Künstlerin fast ausschließlich auf Papier. Zeichnen ist für sie eine Form des Denkens und beginnt immer bei der eigenen Wahrnehmung, wobei Assoziationen eine große Rolle spielen. Sie verwendet häufig vorgefundenes Material, wie Landkarten, stockfleckige Papiere und Fehldrucke aus der Produktion eigener Publikationen. Was gewöhnlich übersehen oder aussortiert wird, wird bei ihr zum Ausgangspunkt neuer Arbeiten. Dabei verbindet sich zeichnerische Präzision mit einem offenen, oft überraschenden Blick auf die Welt und deren existenzielle Fragen nach dem eigenen Standort und Orientierung im Prozess von Werden und
Vergehen.
Gezieltes Umherirren entspricht dem Arbeitsprozess Nanne Meyers: Sie ist eine Zeichnerin, die mit Stift und Pinsel Denkmöglichkeiten öffnet und sich dabei unbekannten Prozessen und einem unvorhersehbaren Ausgang stellt. Ihre Zeichnungen entwickeln sich tastend, manchmal suchend. Die Ausstellung lädt die Besucherinnen und Besucher dazu ein, sich ohne feste Richtung
durch die Räume zu bewegen und neue Wege des Schauens zu entdecken. Die historische Orangerie bietet dafür einen besonderen Rahmen. Der Bau von Heinrich Hübsch aus dem 19. Jahrhundert verbindet auf besondere Weise Architektur, Licht und Natur. Für Karlsruhe hat sich die Künstlerin intensiv mit diesem Ort beschäftigt. Viele der neuen Arbeiten kreisen um das Motiv
der Orange – als Frucht, Farbe und Bildform. Mal erscheinen Orangen wie kleine Sonnen oder Planeten, mal erinnern verschimmelte Früchte an fremde Landschaften oder kosmische Oberflächen. Naturbeobachtung, Humor und poetische Bilder greifen dabei ineinander.
Weitere Informationen unter https://www.kunsthalle-karlsruhe.de/ausstellung/nanne-meyer/
Bilder © Staatliche Kunsthalle Karlsruhe




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