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Aus OPUS 115: Zunächst perfekt – dann kam „Walter“

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Der Jahrgang 2025 an Obermosel und Saar

Von Gerhard Rouget

Wenn der Lieblingswein plötzlich anders schmeckt, ist womöglich ein neuer Jahrgang im Glas! Während Industrieweine auf gleichbleibenden Geschmack cuvetiert werden, sind Winzer- und Gebietsweine von der Herkunft und vom Jahrgang markiert. Die Komponenten im Wein sind Jahr für Jahr anders ausgeprägt. Was erwartet uns bei den 2025er Weinen von Obermosel und Saar? Peter Petgen (Weingut Karl Petgen in Nennig) spricht von einem „sehr guten Jahrgangsverlauf“ bis Anfang September. Keine Frostschäden, gute Wasserversorgung im Frühsommer, keine Hitzeschäden – kurz: hohe Traubenreife und -gesundheit. Es wäre ein ganz großer Jahrgang geworden, hätte nicht das Tief „Walter“ ab Mitte September für mehrere Tage Starkregen beschert. Frühe Reben, also die Burgundersorten, die vor dem großen Regen geerntet wurden, waren perfekt gediehen. Sein im Saarland populärer Basis-Grauburgunder zeigt sich sehr harmonisch und ausgewogen bei feiner aromatischer Frucht und angenehmer Säure (9 Euro ab Weingut).

Uwe Weber vom Weingut Margarethenhof und Philip Apel in Nittel haben Weinberge sowohl an der Obermosel als auch an der Saar. Weißburgunder, die vor der Regenperiode geerntet wurden, zeigen sich bereits in Top-Verfassung. Der Muschelkalk trocken (8,90 Euro) von Apel und der Gutswein (9,90 Euro) von Weber sind Weine, die bereits „trinkig“ sind. Wie gingen die Winzer mit dem Regenereignis um? „Mit sorgfältiger Selektion“, sagt Apel. Und fügt hinzu: „Wir hatten auch Glück, dass der Regen mit einer kühlen Witterung verbunden war und so größere Fäulnisschäden vermieden wurden.“ So erwarten uns auch feine Weine, die im oder nach dem Regen geerntet wurden: zum Beispiel Apels Chardonnay und die später gelesenen „Tradition-“ und „Alte Reben“-Grauburgunder von Petgen.

Felix Heimes (Weingut Würtzberg in Serrig) spricht insgesamt von einem „sehr schönen Jahrgang“ an seiner Saar. Seinen Goldstück Kabinett 2025 (11,50 Euro ab Weingut) hat er in einer Turbo-Lese vor dem Regenereignis zusammen mit seinen Burgundern geerntet. Seine „späteren“ Trauben münden nach sorgfältiger Selektionsarbeit im Weinberg mit viel Extrakt und schöner Mineralik bei feiner Säure und Frucht als „klassische“ Saar-Rieslinge. Fazit: trotz „Walter“, Ende gut, alles gut!

Weingut Margarethenhof: Jahrgangspräsentation, 16.5.
Weingut Würtzberg: Jahrgangspräsentation, 11. & 12.6.
Weingut Karl Petgen: WEINZEIT Saarlouis, 26. & 27.6.
Weingut Apel: Meet the winemaker, 20.6.

Bild: Steillagen an der Saar bei Serrig © WG Würtzberg

Filed Under: Allgemein, Kulturleben

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