• Skip to main content
  • Skip to secondary menu
  • Skip to footer
OPUS Kulturmagazin

OPUS Kulturmagazin

Das Kulturmagazin der Großregion

  • News
  • Kulturleben
  • Kritiken
  • Veranstaltungskalender
  • Shop
  • abo
  • OPUS-Card

Kritik: Gelungene Tanzuraufführung „Reibungen“ in der Alten Feuerwache – Saarländisches Staatstheater Saarbrücken

Jetzt teilen

Von Kurt Bohr

„Reibungen“ war der Obertitel unter dem die Uraufführung zweier Tanzstücke am 2. Mai in der Alten Feuerwache über die Bühne ging.

Am Anfang stand „Edgework“ („Edge“ bedeutet „Grenze“ oder „Kante“ und „work“ dazu „Werk“ oder „Wirken“), eine Choreografie der Polin Lucyna Zwolinska, von der auch das Bühnenbild stammt und die von 2010-2016 als Tänzerin beim Saarländischen Staatstheater engagiert war, dann zu Susanne Linkes Truppe nach Trier wechselte. Bereits 2012 schuf sie mit „Droga“ selbst ihre erstes Tanzstück am Saarbrücker Theater und seit 2019 arbeitet sie als freie Choreografin. Ihre Rückkehr nach Saarbrücken war ein vom Publikum stark bejubelter Erfolg auf der Basis zeitgenössischer, atonaler Musik von Christopher Bissonnette, Keston Henson, Alva Noto und Biosphere mit acht Tänzerinnen und Tänzern der Saarbrücker Ballettcrew, die sich wieder einmal in Bestform präsentierte.

Die getanzte Handlung zeigte, dem Titel getreu, grenzwertiges Wirken: Sie zeigt eindrucksvoll und schonungslos, wie Frauen misshandelt und manipuliert werden und wie sie der Gewalt der Männerwelt schonungslos ausgeliefert sind, so etwas wie hoffnungslose Geworfenheit im Heidegger’schen Sinne. Aber auch den Protagonisten sind Grenzen gesetzt, wie deren vielfaches kopfloses Anrennen gegen eine Stahlwand auf der linken Seite der Bühne eindrucksvoll zeigt. Es wirkt zwar bisweilen, spielerisch, wie jeweils Teile des Tanzteams sich miteinander wie bei Ringelreihen im Kreis bewegen, aber es ist kein Spiel, sondern Anspannung und Zerren. Die Personenführung der Choreografin, die auch für Bühnenbild und Beleuchtung verantwortlich zeichnete, ist eindrucksvoll und überzeugend, die schäbigen Kostüme von Eleni Chava passen nahtlos zur Handlung. Die tänzerische Leistung bewegt sich auf gewohnt hohem Saarbrücker Niveau. Sehr sehenswert, aber harte Kost.

Uraufführungen im Tanz. Colin Jacobs, Rose Bleasdale, Michalis Dymitios © Foto Pedro Malinowski

Ein ganz anderes Bild bietet die zweite Choreografie des Abends unter dem Titel „Let it burn“ von Albert Galindo aus Barcelona, seit der Saison 2021/22 beim Nationaltheater Mannheim engagiert. Jetzt geht es etwas harmonischer zu als im ersten Teil, aber keineswegs spannungsfrei. Alles dreht sich um das Haus, in dem wir leben, die Heimstatt, die nicht immer „home, sweet home“ ist, sondern durch vielfältiges Aus- und Einräumen von Tischen, Bänken und Stühlen auch Unordnung und Aufräumbedarf indiziert und am Ende sogar den Flammen (let it burn) ausgesetzt wird. Eine Tänzerin, die häufig wie eine Herrin auf den Schultern herumgetragen wird, monologisiert in englischer Sprache einen Text von Biz Bond (der leider nicht durchgängig verständlich war) darüber, wie man zu Hause willkommen ist (welcome home) und wie zwiespältig Gefühle und Assoziationen sein können. Die zehn Tänzerinnen und Tänzer des Staatsballetts überzeugen mit makelloser Leistung zur diesmal angenehm tonalen Musik von Louis Oehl. Die modernen Kostüme schuf wie bei „Edgework“ Eleni Chava, für perfekte Beleuchtung sorgte Gonçalo Reis.
Das Publikum spendete am Ende des Abends langen, begeisterten Beifall. Insgesamt eine superbe Uraufführung!

Weitere Termine, Infos und Tickets unter: https://www.staatstheater.saarland/detail/reibungen-urauffuehrung

Titelbild: Let it burn, Anda Erdenebileg, Antonia Rosenkranz, Marco Marangio, Marc Sayer Cassú, Sidney Ramsey, Nicola Strada, Alva Inga, Armenta © Foto: Pedro Malinowski

Filed Under: Allgemein, Kritik

Reader Interactions

Schreibe einen Kommentar Antwort abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Footer

Was ist OPUS?

OPUS ist das spartenübergreifende Kulturmagazin für die Großregion Saar-Lor-Lux, Rheinland-Pfalz, Rhein-Main und Rhein-Neckar.
Sie möchten vor Abschluss Ihres Abonnements einen Blick in das OPUS Kulturmagazin werfen? Hier finden Sie wechselnde Beiträge als kostenfreie Leseprobe.
Leseprobe #1
Leseprobe #2

 

OPUS abonnieren

Jede Ausgabe „druckfrisch“ in Ihrem Briefkasten.
6 Ausgaben für 45 € im Jahr.
Studenten-Abo nur 25 € im Jahr.
Jetzt mehr erfahren

 

Leserbriefe

Leserbriefe zum OPUS Kulturmagazin
können Sie direkt auf unserer Leserbrief-Seite einsenden.

Gerne auch per E-Mail an
info@opus-kulturmagazin.de

oder postalisch an

Verlag Saarkultur GmbH
Stengelstr. 8
66117 Saarbrücken

Bitte beachten Sie unsere Richtlinie für Leserbriefe!

 

Spendenaufruf

Aufgrund der enormen Kostensteigerungen bei Druck, Energie und Vertrieb sowie Einbußen bei Anzeigen im gewerblichen Bereich ist OPUS Kulturmagazin in eine wirtschaftliche Schieflage geraten. Deswegen geht unsere Bitte an alle, die unser Magazin mögen und schätzen, uns mit einer Spende an unseren gemeinnützigen Verein zur Förderung der Kultur zu unterstützen. Auf diese Weise tragen Sie dazu bei, unsere Existenz zu sichern, die in hohem Maße gefährdet ist.
Bitte überweisen Sie Ihre Spende an:
Verein zur Förderung der Kultur im Saarland e.V.
Sparkasse Saarbrücken
IBAN: DE78 5905 0101 0067 0951 66
BIC: SAKSDE55XXX
Selbstverständlich erhalten Sie vom Verein eine steuerabzugsfähige Spendenquittung. Bitte teilen Sie uns zu diesem Zweck Ihre Anschrift mit.
Wir danken Ihnen sehr herzlich,
Ihr hoch engagiertes OPUS-Team
Dr. Kurt Bohr, Johann Emilian Horras,
Mario Kühn-Dach

 

  • News selbst einstellen
  • Neu: Veranstaltungskalender – Userregistrierung
  • Leserbriefe
  • Impressum
  • Datenschutz
  • AGB
  • Kontakt
  • Mediadaten – Werben im OPUS Kulturmagazin
  • Zugang

Suche

  • E-Mail
  • Facebook
  • Instagram
  • LinkedIn

Copyright © 2026

Cookies
Damit dieses Internetportal ordnungsgemäß funktioniert, legen wir manchmal kleine Dateien – sogenannte Cookies – auf Ihrem Gerät ab. Das ist bei den meisten großen Websites üblich.
Akzeptieren