Kunst kann mehr sein als ästhetischer Ausdruck – sie kann Zeugnis ablegen und politische Wirklichkeit sichtbar machen. Die Ausstellung „José Luis Rey Vila (SIM) – Die Rolle der Kunst in der Krise“, die am 28. April 2026 um 19 Uhr in der Galerie der HBKsaar eröffnet wird, widmet sich einem Künstler, dessen Werk diese Verbindung eindrucksvoll verkörpert. Besondere Brisanz erhält die Vernissage durch die erstmalige Begegnung zweier historisch verbundener Ehrengäste.
Im Zentrum steht der spanische Künstler José Luis Rey Vila (SIM), einer der prägnantesten visuellen Chronisten des Spanischen Bürgerkriegs. Mit seiner Mappe „Estampas de la Revolución Española“ (1936) schuf er ein eindringliches Zeugnis der Revolution und ihrer Folgen. Die oft kolorierten Szenen zeigen das Leid der Bevölkerung und wurden auch international zu Propagandazwecken eingesetzt.
Die Ausstellung entsteht im Rahmen der Lehrveranstaltung „Automatische Gesellschaft Teil 2 – Erinnerungsmaschinen“ (Dr. Soenke Zehle, Jan Tretschok). Studierende entwickeln auf Basis kuratorischer Datensätze multimodale Analysen und Experimente an der Schnittstelle von Kunst, politischer Gegenwart und KI. So wird die Ausstellung zugleich zum experimentellen Arbeitsraum.
Ein besonderer Moment der Vernissage ist das erstmalige persönliche Treffen zweier Ehrengäste: Merce Balda Rey, Großnichte des Künstlers und ehemalige Professorin der Universität Barcelona. Carmen Negrín, Enkelin des damaligen Ministerpräsidenten der Spanischen Republik, Juan Negrín, und Präsidentin der Negrín-Stiftung. Ihre Begegnung in Saarbrücken verbindet persönliche Biografien mit der Geschichte des Spanischen Bürgerkriegs.
Die Ausstellung ist vom 29.04. bis 09.05. in der Galerie der HBKsaar (Keplerstraße 5, 66117 Saarbrücken) zu sehen, dienstags 14-18 Uhr sowie mittwochs bis samstags 17-20 Uhr. Sonderöffnungszeiten: 03. + 04.05., jeweils 17-20 Uhr. Weitere Infos: galerie.hbksaar.de/veranstaltungen.
