
Es schwankt, es reißt, es zittert, es öffnet sich. Das nervöse System ist überstrapaziert und bringt zu harte Umstände in identitäre Bewegung und fixierende Enge. Nun, da die Versteinerung der Luft mit Kohlendioxid, die Fossilisierung ihres Geistes, wieder begonnen hat: Wie können da Gedanken frei sein?
Die Ausstellung The Gap is where I turn into a plant hält an und inne, wird zum Setzling, sucht nach Schwerkraft und ankert im Wanken der starrenden Verhältnisse der sich vertiefenden Gräben.
Das künstlerische Environment (Umgebung) widmet sich den Verläufen und Ge-Schichten des Fossils – abgeleitet vom lateinischen *fossilis* („ausgegraben“) – und fragt sich:
Was erlebtest du als Pflanze, als organische Materie unter Hitze und Druck, als du Stein, Landschaft und Schicht wurdest, zu Abdruck und Einschreibung, zu Erdöl und Kohle, zur Ressource und zum Beutegut, zum Brenn- und Treibstoff, zum Kohlenstoff und Kunststoff im Zeitalter des Kapitalozäns?
Der skulpturale, malerische und installative Paracours birgt Stationen und Wendungen des Plant-Turnings, der Bergung und der mannigfaltigen Begegnung mit dem Fossil. Performances zum Tag der Schwelle an Halloween und zur Finissage unter-suchen flüchtige Momente des Kontakts und wechselseitiger Kontamination (lat. *contaminatio*: Berührung) des porös und locker Werdens, der Fragmentierung, Zersplitterung und der Alterung, des Auf- und Ausreissens, der Über- und Untergänge, und der Verwandlung in Zeiten des Wiedergangs.
Das Nagelstudio präsentiert:
The Gap is Where I turn into a Plant – Marie Götze
Einzelausstellung, Cecilienstraße 10, 66111 Saarbrücken
27.10.26 – 09.11.2026
Programm
26.10, ab 19 Uhr: Vernissage
31.10., ab 17 Uhr: Performance
Re-Turn of the Unseen: When the threshold becomes the trash-hold
09.11., ab 19 Uhr: Finissage mit Performances
When Never Ever has ended
Öffnungszeiten:
Do-Mo 16 – 20:00
Di,Mi : geschlossen



Schreibe einen Kommentar