
„Aber schon der Engel in Rilkes 9. Duineser Elegie war ja für die
Weltrettung nicht zuständig, vielmehr sind es wir, die »Vergänglichs-
ten«, denen die von »Hingang / lebenden Dinge […] ein Rettendes
[…] zu[trauen]«. Was sich daraus ergibt, ist wenn schon kein Trost,
so doch eine Verantwortung, die mit der Wahrnehmung des Ein-
zelnen beginnt, mit dem Rühmen der fragilen Schönheit und dem
Anerkennen der Schäden und Verletzungen des Anvertrauten (auch
An-Gehörenden). Die Gedichte dieses Bandes unternehmen beides
auf so sinnliche wie scharfsinnige Weise.“
(Aus dem Nachwort von Sylvia Geist)
Kürzlich ist Sabine Göttels 5. Lyrikband erschienen, mit einem Nachwort von Sylvia Geist.
Die Gedichte drehen sich ums Pflegen, Reparieren und Bewahren und um die Wertschätzung des Fragilen und Verletzlichen.
Am Montag, 23.11.2026, 20 Uhr, stellt sie den Band im Saarländischen Künstlerhaus vor.
Über Sabine Göttel:
Sabine Göttel wurde 1961 in Homburg/Saar geboren, wuchs in der Westpfalz auf und lebt in Hannover. Sie studierte Deutsche und Französische Literaturwissenschaft an der Universität des Saarlandes und promovierte über Marieluise Fleißer. Während ihres Studiums nahm sie regelmäßig an Arnfrid Astels Literaturseminar Selber schreiben und reden teil (Saarbrücker Schule), leitete das Studententheater THUNIS und arbeitete als Dramaturgie- und Regieassistentin am Saarländischen Staatstheater. Nach ihrer Zeit als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Germanistischen Institut der UdS und einem Praktikum am Deutschen Theater Berlin ging sie als Schauspieldramaturgin an die Theater in Hildesheim und Göttingen. Von 2009 bis 2024 leitete sie zusammen mit Christina Rohwetter die Akademie Literatur und Leben. Derzeit arbeitet sie als freie Lyrikerin, Dramaturgin, Lektorin und Dozentin für Literatur, u.a. an der Leibniz Universität Hannover. Sie ist Mitglied des PEN, des Verbands deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller (VS) und der Künstlergemeinschaft Brisenvögel. 2019 war sie Stipendiatin des Printemps Poétique Transfrontalier. 2022 erhielt sie den Kurt-Sigel-Lyrikpreis des PEN-Zentrums Deutschland, 2023 den Feldkircher Lyrikpreis.
1987 erschien ihr erster Gedichtband Fische Fluten im Röhrig Verlag, St. Ingbert. Es folgten die Erzählungen Die lustige Witwe (2001) und Rückreise (2002), das Hörspiel Sissi ist zurück! (2008) sowie die Theaterstücke Bad Baby’s Bed (2002), Die Walsche (2010), Die Bergprinzessin (2011), Eisenheart (2012) und Nichts zu verlieren (2014). Sie ist mit literarischen Texten in zahlreichen Anthologien und Zeitschriften vertreten; u.a. Signum, Versnetze, kalmenzone, Zündblättchen, Wortschau, Chaussee, paraple, fixpoetry, poetenladen. 2020 veröffentlichte sie den Gedichtband Geister im Röhrig Verlag. 2022 erschien dort ihr Lyrikband Im Gefieder. 2023 publizierte sie Grillenliebchen. Gedichte im Wehrhahn Verlag, Hannover.



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