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Kritik: Saarländisches Staatstheater/Sparte 4 – „Für die Blumen. Für Sie.“

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John Armin Sander zeigt das Scheitern eines Schlagersängers

von Burkhard Jellonnek

Es gibt nicht viele Schauspieler, die ihr eigenes Scheitern so erfolgreich auf der Bühne verkörpern konnten. Woody Allen war so einer! Vielleicht hofften ja der Texter und Schauspieler John Armin Sander und Dramaturg Ulf Schmidt auf ähnliche Effekte, als sie den nachweislich glücklosen Schlagersänger Lucio von Berenbach auf die Sparte4 – Bühne schickten. Passte wie angegossen zu dem in die Jahre gekommenen Charme der Spielstätte, die Generalintendant Michael Schulz zum Spielzeitende aufgeben wird. Denn der Traum von Glamour und „Eurovision Song Contest“ war für Lucio von Berenbach längst ausgeträumt, jetzt lockten nur noch Engagements auf abgewrackten Bühnen und bei Trauerfeiern. Dabei war die Ware doch gar nicht so schlecht.

„Für die Blumen. Für Sie“ war eigentlich eine Reminiszenz an den im übrigen auch nie untergegangenen Schlager, eingespielt vom Tastengott Rolf Grühnstroh alias Achim Schneider. Das Wiederhören mit „Marmor, Stein und Eisen bricht“ oder Udo Jürgens „Griechischer Wein“, mit dem das Publikum – freilich aus dem Tetra-Pack- kostenlos versorgt wurde, weckte Erinnerungen und machte eigentlich Lust auf mehr. Wenn da nicht das Scheitern gewesen wäre und sich der stets bemühte Interpret im Rahmen seiner auferlegten Rolle des Unglücksraben nicht selbst im Wege gestanden hätte. Mit Gassenhauern wie „Hurra, wir leben noch“ versuchte er sich selbst Mut zu machen, aber er stand auf verlorenem Posten. Da halfen auch die Evergreens von Claire Waldoff bis Trude Herr nicht mehr. Man sah das Zünden des Funkens, aber er sprang nicht über. Auch wenn mancher im Publikum eigentlich in Stimmung war.

Informationen:

www.staatstheater.saarland

Die nächsten Termine in der Sparte4:

10. April, 13., 23. Mai; 6., 20., 24. Juni 2026, alle 20.00 Uhr

Titelbild: John Armin Sander in „Für die Blumen. Für Sie“ als Schlagersänger Lucio von Berenbach © Jennifer Hörr, Saarländisches Staatstheater

Filed Under: Allgemein, Kritik

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