
red.
Jedes Jahr wird mit Spannung das Votum der Kritikerinnen und Kritiker in der Umfrage des renommierten Magazins Opernwelt erwartet. Vierzig haben dieses Jahr abgestimmt, und nun wurde das Ergebnis im Jahrbuch veröffentlicht – und gewonnen hat das Staatstheater Mainz!
Die Auszeichnung ist nicht weniger als eine Sensation. Denn zwischen den großen Opernhäusern, die in den letzten Jahrzehnten diese Ehrung für sich in Anspruch nehmen durften, ist das Staatstheater Mainz, zumal als Mehrspartenhaus, mit mehr als deutlichem Abstand das kleinste. Nach Zürich, Frankfurt, Genf, Lyon, Stuttgart, München, Brüssel und anderen renommierten Bühnen reiht sich nun auch Mainz in diese hochkarätige Reihe ein.
„Ich gratuliere Markus Müller und seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu dieser sensationellen Ehrung! Das Staatstheater Mainz wird damit einmal mehr zum Botschafter für Rheinland-Pfalz und strahlt weit über die Landesgrenzen hinaus – als exzellentes Opernhaus und unglaublich erfolgreiches Theater. In Zeiten, in denen die Kunstfreiheit politisch angegriffen wird, ist eine so starke und souveräne Bühne auch gesellschaftlich wichtig, wir brauchen solche lebendigen demokratischen Begegnungs- und Austauschorte dringend“, betont Kulturminister Sven Teuber.
Kulturstaatssekretär und Aufsichtsratsvorsitzender Dr. Denis Alt unterstreicht: „Ein kluger Musiktheaterspielplan, ein tolles Ensemble und ein hochengagiertes Team werden mit dieser Wahl zum Opernhaus des Jahres zurecht gewürdigt – die Opernsaison 2025/26 war in jeder Hinsicht eindrucksvoll: vielfältig, mitreißend und berührend mit Produktionen wie Der Chronoplan, Breaking the Waves, Die tote Stadt, um nur einige herausragende Abende zu nennen. Meine herzlichen Glückwünsche zu diesem großartigen Erfolg gehen an Markus Müller und all seine Kolleginnen und Kollegen. Wir sind sehr stolz auf unser Staatstheater in der Landeshauptstadt!“
„Das Wunder von Mainz“, schreibt der Chefredakteur der Opernwelt, Jürgen Otten, „was Intendant Markus Müller und sein Team in der Saison 2025/26 unter dem Brecht’schen Motto [Denn wovon lebt der Mensch] auf die Bühne zauberten, besaß höchste Qualität und zeigte darüber hinaus eine politische Wachsamkeit, die man nicht in jedem Musentempel antrifft. Gleich drei Stücke von jüdischen Komponisten des 20. Jahrhunderts standen auf dem Programm – Korngolds Tote Stadt, Ullmanns Kaiser von Atlantis und Julia Kerrs Oper Der Chronoplan, die in Mainz als szenische Uraufführung herauskam, dazu in einer stringenten wie klugen Inszenierung. Starke Regiehandschriften bestimmten auch den Rest der Spielzeit. Einen solch subtilen Falstaff hat man selten gesehen, auch die Lesart von Missy Mazzolis Filmvertonung Breaking the Waves stieß weit über Mainz hinaus auf sehr breite Zustimmung. Damit zurück zur Frage: Denn wovon lebt der Mensch? Unter anderem von gutem Theater.“
„Eine solche Auszeichnung zu erhalten, ist absolut überwältigend. Wir alle sind glücklich und völlig euphorisch. Und wir können es kaum begreifen“, sagt Intendant Markus Müller, „denn im Vergleich mit den bisherigen Häusern, die in den letzten Jahrzehnten von der Opernwelt zum Opernhaus des Jahres gekürt wurden, sind wir ja doch viel kleiner und verfügen über sehr viel weniger Mittel…! Wenn wir trotzdem sensationeller Weise auf einem so hohen europäischen Niveau ausgezeichnet werden, liegt das an dem unfassbar leidenschaftlichen, kompetenten und engagierten Team hier – und damit meine ich neben den Kolleg*innen der Opernsparte und den Künstler*innen auf der Bühne ausdrücklich alle Mitarbeitenden dieses tollen Theaters, sei es in den Werkstätten, in der Technik, dem Betriebsbüro, der Kommunikation usw. Mein Glückwunsch und riesiger Dank geht also in das gesamte Haus – namentlich aber natürlich an unsere Opernchefdramaturgin Sonja Westerbeck, den Leiter des Opernbetriebs und Castingdirektor Michael Nelle und an unseren Generalmusikdirektor Gabriel Venzago.“
Die Auszeichnung Opernhaus des Jahres würdigt die Leistungen im europäischen Musiktheater der Spielzeit 2025/26. Diese war am Staatstheater Mainz mit dem Motiv „Denn wovon lebt der Mensch“ überschrieben. „Ich finde es bemerkenswert und ein wichtiges Signal der Kritikerinnen und Kritiker, dass wir für eine Saison ausgezeichnet werden, in der der Opernspielplan mit Werken wie unter anderen Der Chronoplan, Kaiser von Atlantis, Die tote Stadt und Heute Abend: Lola Blau dezidiert und kräftig einen politischen Anspruch formuliert und einen entsprechenden dramaturgischen Bogen spannt. Dass diese komplexen Stoffe zudem in Mainz auf eine so eindrucksvolle Nachfrage gestoßen sind, sagt etwas über unser großartiges Publikum, auch dafür sind wir sehr dankbar“, betont Markus Müller.
Auf dem Musiktheaterspielplan der Saison 2025/26 standen Die Dreigroschenoper von Kurt Weill und Bertolt Brecht als spartenübergreifende Produktion (Musikalische Leitung: Sam Hogarth, Inszenierung: Jan Neumann), Die tote Stadt von Erich Wolfgang Korngold (Musikalische Leitung: Gabriel Vanzago, Inszenierung: Angela Denoke), La Cenerentola von Gioachino Rossini (Musikalische Leitung: Samuel Hogarth, Inszenierung: Stephanie Kuhlmann), die Uraufführung Der Chronoplan von Julia Kerr (Musikalische Leitung: Gabriel Venzago, Inszenierung: Lorenzo Fioroni), Der Kaiser von Atlantis von Viktor Ullmann (Musikalische Leitung: Paul-Johannes Kirschner, Inszenierung: Ana Cuéllar Velasco), Die Zauberflöte von Wolfgang Amadeus Mozart (Musikalische Leitung: Gabriel Venzago, Inszenierung: Dominik Wilgenbus), Breaking the Waves von Missy Mazzoli (Musikalische Leitung: Dirk Kaftan, Inszenierung: Krystian Lada), die Uraufführung für Kinder ab drei Jahren Picobello, Ahoi! (Komposition und Inszenierung: Bruno Franceschini), Heute Abend: Lola Blau von Georg Kreisler (Musikalische Leitung: Paul Johannes Kirschner, Inszenierung: Sophie Kochanowska) sowie Falstaff von Giuseppe Verdi (Musikalische Leitung: Gabriel Venzago, Inszenierung: Verena Stoiber).
Den Spielplan und Tickets für Vorstellungen im preisgekörnten Haus finden Sie unter: https://www.staatstheater-mainz.com/
Titelbild: Opernhaus des Jahres, Fritzinger, Nelle, Fernandes, Haase, Teuber, Mueller, Venzago, Messer, Raskopf, Westerbeck © Foto: Etter



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