
Wie stark bauliche Entscheidungen das menschliche Zusammenleben dauerhaft prägen, zeigt ab sofort die völlig neugestaltete Dauerausstellung des Deutschen Architekturmuseums (DAM) in Frankfurt am Main, das nach einer fünfjährigen Schließung wieder öffnet. Die Ausstellung nähert sich der Siedlungs- und Architekturgeschichte aus zwei komplementären Perspektiven und schlägt eine direkte Brücke von der Vergangenheit bis weit in die heutige Zeit. Im Zentrum des ersten Ausstellungsteils stehen elf historische Dioramen. Sie visualisieren zehn prägende Beispiele der Baugeschichte – von der Früh- und Vorgeschichte bis in die 1990er-Jahre. Die Auswahl orientiert sich an vier übergeordneten Themensträngen: „Siedeln und Infrastruktur“, „Architektur“, „Konstruktion und Baumaterial“ sowie „Gesellschaft und Umwelt“. Diese Kategorien verbinden die historischen Exponate direkt mit gegenwärtigen Fragestellungen.
Der zweite Teil richtet den Blick auf die Historie des Hauses selbst. Seit seiner Gründung beleuchtet das DAM internationale Strömungen ebenso wie die Architektur und Stadtentwicklung Frankfurts und der Region. Die ausgewählten Modelle, Zeichnungen, Fotografien und Objekte erinnern an wegweisende Ausstellungen. Sie machen sichtbar, wie sich architektonische Debatten im Laufe der Jahrzehnte verändert haben und warum viele Fragen bis heute hochaktuell bleiben.
Eine klare, zurückhaltende Ausstellungsarchitektur setzt die vielfältigen Inhalte elegant in Beziehung. Ein farbliches Orientierungssystem macht thematische Überschneidungen sichtbar und unterstützt Besucher dabei, eigene Wege durch die Räume zu finden. „Wir freuen uns, dass wir nach fünf Jahren Schließung die Dauerausstellung endlich wieder eröffnen können“, so Direktor Peter Cachola Schmal. „Mit mehr Licht, Ausblicken in die Stadt, barrierefreier Zugänglichkeit und Platz für Workshops im Rahmen unseres Vermittlungsprogramms.“
Bild: Ausschnitt aus der neueröffneten Ausstellung „Geschichten über das Bauen“ © Moritz Bernoully



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