
von Eva-Maria Reuther
Die Denkmale des kulturelles Erbes sind Orte der gesellschaftlichen Selbstvergewisserung und des kollektiven Gedächtnisses. Unter dem Motto „NetzWERKE: Denkmale und Infrastruktur“ lädt der „Tag des offenen Denkmals“ 2026 am Sonntag dem 13.9. wieder ein, Denkmale der heimischen Region und andere, neu zu entdecken und dabei Geschichte zu erleben. Der inzwischen ausgesprochen beliebte Denkmaltag wird bundesweit von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz koordiniert, in Rheinland-Pfalz in Kooperation mit der dortigen Generaldirektion Kulturelles Erbe (GDKE). In Trier stellte der rheinland-pfälzische Kulturminister Sven Teuber das Programm des Landes zum diesjährigen Denkmaltag vor. Der Ort war im Jubiläumsjahr des UNESCO Welterbes mit Bedacht gewählt. Schließlich ist die Römerstadt, die einzigartig im Land, in ihrer Welterbestätte neun Denkmale des UNESCO Weltkulturerbes versammelt, (einschließlich der Igeler Säule) die herausragende Repräsentantin des UNESCO Welterbes in Rheinland-Pfalz.
Netzwerke sind bekanntlich Strukturen, deren Elemente zusammenhängen, miteinander kommunizieren und sich zum Teil gegenseitig bedingen. Auch Denkmale seien solche Netzwerke, stellte Teuber fest: „Ein Denkmal ist mehr als ein schönes Gemäuer“, erklärte der Kulturminister. Es vermittele Geschichte an die nächsten Generationen und verbinde generationenübergreifend Menschen. Denkmale seien somit auch Orte der Kommunikation und des Ideenaustauschs. Mehr als 350 Denkmale sind in diesem Jahr in Rheinland-Pfalz geöffnet, darunter einmal mehr ein großer Teil von Objekten, die üblicherweise nicht zugänglich sind, wie Privathäuser und andere Bauten. Gerade die privaten Denkmalbesitzer leisteten einen bedeutenden Beitrag zur Denkmalpflege, bestätigte der rheinland-pfälzische Landeskonservator Markus Fritz von Preuschen bei der Programmvorstellung. Mit dem Denkmaltag werde nicht zuletzt deren Leistung gewürdigt.
Seit jeher bedürfen Gemeinwesen einer gut funktionierenden Infrastruktur. Zahlreiche Denkmale sind Zeugnisse einstiger technischer und sozialer Infrastrukturen. Sie dienten als Verkehrswege, waren Bestandteil von Befestigungsanlagen oder Grenzsystemen, waren infrastrukturelle Elemente von Administrations-, Bildungs- und ökonomischen Systemen. Die alten infrastrukturellen Zeugnisse berichten von Werthaltungen, gesellschaftlichen Konzepten, von Wirtschaftssystemen und kirchlichen wie weltlichen Machtverhältnissen. Eine eigens zum Denkmaltag 2026 herausgegebene Broschüre der GDKE mit dem Titel „NetzWERKE: Denkmale und Infrastruktur, verteilen, verbinden, versorgen“ widmet sich eben solchen historischen Infrastrukturen im Land. Die vielfältigen Beispiele reichen vom Bahnhof bis zum Kreuzweg, vom Brunnen bis zum Wasserwerk, vom Limes bis zum Westwall. Ein herausragendes Beispiel eines Denkmals, das seit seiner Errichtung über Jahrtausende seine infrastrukturelle Funktion behalten hat, ist die alte, zum UNESCO Weltkulturerbe gehörende Trierer Römerbrücke, die seit ihrer Erbauung als Verkehrs-und Transportweg der Versorgung und Verbindung von Menschen dient. Heute ist die Brücke mit ihren originalen Steinpfeilern (2. Jh. n. Chr.) die einzige Brücke aus römischer Zeit in Deutschland, die noch aktiv in Betrieb ist. Wie der Trierer Kulturdezernent Markus Nöhl bestätigt, soll die Vermittlung des Denkmals künftig intensiviert werden.
Info:
Das bundesweite Programm, sowie Highlightlisten für jedes Bundesland unter: www.tag-des-offenen-denkmals.de/programm und
www.tag-des-offenen-denkmals.de/artikel/programmhighlights-2026
Die gedruckte Broschüre der GDKE ist kostenlos bei allen teilnehmenden Kulturdenkmälern erhältlich, zudem als PDF oder interaktives Flipbook unter www.gdke.rlp.de/fileadmin/gdke/Wer_wir_sind/Landesdenkmalpflege/Denkmaltag/2026_brosch_denkmaltag_web.pdf
Titelbild: Die Trierer Kaiserthermen, Zeugnis römischer gesundheitlicher und sozialer Infrastruktur © Foto: Eva-Maria Reuther



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