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Kritik: Bettina van Haaren und Wolfang Folmer für die Kunsthalle der Europäischen Kunstakademie Trier (EKA)

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Von Eva-Maria Reuther

Eine großartige Wandzeichnung haben Bettina van Haaren und Wolfgang Folmer für die Kunsthalle der Europäischen Kunstakademie Trier (EKA) gestaltet. „Grundberührung“ heißt die eindrucksvolle Arbeit, bei der weit mehr als der weiße Malgrund berührt wird.

Foto 2: Bettina van Haaren und Wolfgang Folmer: Detail aus der Wandzeichnung „Grundberührung“ © Eva-Maria Reuther

Schon Jahrzehnte arbeiten sie künstlerisch: die Malerin, Grafikerin und Professorin Bettina van Haaren und der Multi-Media-Künstler Wolfgang Folmer, jeder mit eigener Position. Seit ein paar Jahren wagen sie in großformatigen Wandarbeiten so etwas wie eine künstlerische Synthese. So wie gerade in Trier. Als Gemeinschaftsprojekt hat das Künstlerduo dort für die Stirnwand der Kunsthalle der Europäischen Kunstakademie (EKA) eine monumentale, 5 mal 17 Meter umfassende schwarz-weiße Wandzeichnung geschaffen. Entstanden ist dabei eine virtuose wie tiefgründige Auseinandersetzung mit einer hochkomplexen wie fragilen Welt und der eigenen Existenz darin, in ihrer Vielheit und Vielschichtigkeit, in Vergangenheit und Gegenwart. „Grundberührung“ heißt das Projekt, das auch der zugehörigen Ausstellung den Namen gibt. Als „zeitgenössische Historienmalerei“ bezeichnen Bettina van Haaren und Wolfgang Folmer ihr Werk. Das ist nicht nur angesichts des Formats plausibel. Handelt es sich bei dem inzwischen historischen Genre doch um eine Gattung, bei der mit Hilfe der Vergangenheit Gegenwartsthemen reflektiert wurden. Genauso gut lassen sich die schwarzen Zeichen auf der Wand aber auch als gemeinschaftliche Erinnerungsarbeit lesen. Ganz im Sinne Sigmund Freuds, der früh schon erkannte, dass Erinnerung keine archäologische Fundgrube oder ein statisches Archiv ist, sondern ein  dynamischen Prozess, der von aktuellen Eindrücken, Gefühlen und Wünschen beeinflusst wird. In den tiefen Grund der Seelenprovinz und des kognitiven wie emotionalen Gedächtnisses führt Van Haarens und Folmers Wandzeichnung. Die eigene Geschichte, wie die eigenen Mythen verbinden sich darin mit Gegenwartserfahrung und gegenwärtigen Befindlichkeiten. Individuelle und kollektive gesellschaftliche Erfahrung greifen ineinander. Es geht um Kindheit, Sexualität, Feminismus, um Angst, faschistische Bedrohung, Umweltzerstörung und anderes. Als Metapher wie Realitätszitat tauchen Tiere und menschliche Umrisse aus dem Malgrund auf. Tag und Traum werde eins in dieser vielfältigen Landschaft voller Spannung und innerer Dynamik, die den Raum dominiert und den Betrachter zum Wanderer und bisweilen zum Irrgänger mit den Augen macht. Denn verlaufen kann man sich ohne Frage im wandfüllendem Panorama aus zeichnerischen und malerischen Elementen, das trotz inhaltlicher Tiefe immer leicht und ephemer bleibt. Dass es dem Betrachtenden keinerlei Sicherheit gewährt, aber viel Raum für eigene Reflektionen und Bilder bietet. dafür sorgen die Leichtigkeit und Dynamik der schwarzen Linie, die Sparsamkeit und Vieldeutigkeit der Zeichen, sowie die Leerstellen der weißen Wand. Die Zeichen an der Wand zu erkennen, meint sinnbildlich, Gefahren und Entwicklungen zu erkennen. In diesem Sinn ist die schwarz-weiße Wandarbeit des Künstlerduos gleichermaßen warnende Vision wie Rückblick. Sie ist Selbstversicherung wie gesellschaftliche Betrachtung. Eindrücklich verweist sie auf den engen Zusammenhang zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Weiter zu sehen sind in der Ausstellung schwarz-weiße Eitempera-Gemälde von Bettina van Haaren, die im engen Zusammenhang mit der Wandarbeit stehen, und wie ein Destillat des malerischen Werks der Künstlerin wirken. In sparsamster Zeichensetzung verweisen sie auf die zentralen Themen der Malerin (Feminismus, Sexualität und andere) und abstrahieren, was tief im Innern der Künstlerin für Dramatik, Widersprüchlichkeit und Seelenstürme sorgen mag. Eine Werkgruppe mit Kohlezeichnungen von Wolfang Folmer am anderen Ende der Halle widmet sich einem hochaktuellen Thema. Bei den Arbeiten handelt es sich um Bilder, die mit Hilfe von KI entstanden sind und je nach Fragestellung variieren. Was sich als Ergebnis darstellt, sind ausgesprochen surreale Szenarien  von skurrilem Reiz. Die Bilder die Folmer „rief“ mögen mit ihren gewalttätigen Kindern und dreibeinigen Menschen warnen. Sie vergegenwärtigen aber auch wohltuend die Abhängigkeit der Künstlichen Intelligenz von der menschlichen. Abgerundet wird die Ausstellung durch weitere zeichnerische Arbeiten und Videos zum Werk der beiden Künstler.

Bis 15.03., Mi-So,11-17 Uhr, kunsthalle-trier.de

Titelbild:

Bettina van Haaren (r.) und Wolfgang Folmer vor ihrer Wandarbeit „Grundberührung“ © Eva-Maria Reuther

 

Filed Under: Allgemein, Kritik

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