
Vortrag von Prof. Dr. Jens Christian Wagner
(Direktor der Stiftung KZ Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau Dora)
mit anschließender Diskussion mit dem Publikum
unter der Schirmherrschaft von Anke Rehlinger, Ministerpräsidentin des Saarlandes
Montag, 09.02 – 18.00 Uhr
im Historischen Museum Saar (Schlossplatz 1, Saarbrücken)
Die Stimme war damals weg, nun wird die Veranstaltung nachgeholt. Denn es gibt gute Gründe für die Neuansetzung des Abends mit Prof. Dr. Jens-Christian Wagner, einem der prominenten Vertreter der bundesdeutschen Erinnerungskultur:
Die Saarländische Gesellschaft für Kulturpolitik mit der Initiative Neue Bremm, der Arbeitskreis Erinnerungsarbeit Püttlingen und das Historische Museum Saar haben den Direktor der Gedenkstätte Konzentrationslager Buchenwald am Montag, 09. Februar 2026, 18.00 Uhr ins Historische Museum Saar in Saarbrücken eingeladen. Und für seinen Besuch gibt es einen spektakulären Grund.
Die Familie Robert fand in einer lange nicht geöffneten Kommode die Fahne der Lagergemeinschaft Saar der Buchenwald-Überlebenden! Sie wandte sich an die Bürgermeisterin Denise Klein, die wiederum den Kontakt zur Arbeitsgemeinschaft Püttlinger Erinnerungsarbeit herstellte. Gemeinsam konnte das Schicksal des vom Nationalsozialismus verfolgten Sozialdemokraten und Gewerkschafters Hugo Siegfried Robert ergründet werden. Dr. Burkhard Jellonnek von der Gedenkstätte Gestapo-Lager Neue Bremm schliesslich stellte den Kontakt zu seinem Kollegen in Buchenwald her. Der Rest ergab sich von selbst, denn bislang verfügte man im Buchenwald-Archiv lediglich über eine Fotografie dieser Fahne aus dem Jahr 1945 – nun ist tatsächlich das textile Original, dazu in einem sehr respektablen Zustand, wieder aufgetaucht. Zudem fanden sich 14 Glas-Negative von Fotografien aus der Zeit der Befreiung des Lagers.
Prof. Wagner war hellauf begeistert, und die Fahne wird in der jährlich von ca. 300.000 Besuchern frequentierten Ausstellung einen besonderen Platz finden. Er wird im Rahmen der Veranstaltung diese Erinnerungsstücke aus der Hand von Renate und Lothar Robert in Empfang nehmen und anschließend einen Vortrag halten: „Erinnerungskultur unter Druck: Die Auseinandersetzung mit den NS-Verbrechen in Zeiten weltweiten Rechtsrucks“.
Aktuell ist es zu einer Diskursverschiebung nach rechts auch in weiten Teilen der deutschen Gesellschaft gekommen. In deren Folge wird die Erinnerungskultur an die von Deutschen begangenen NS-Verbrechen zunehmend in Frage gestellt. Seit den 1980er-Jahren sind deutschlandweit über 300 Gedenkstätten an nationalsozialistische Menschheitsverbrechen und noch mehr örtliche Erinnerungs-Initiativen entstanden – nun aber geraten sie mit dem Erstarken rechtsextremer Parteien zunehmend unter Druck. Diese verharmlosen die NS-Zeit und wollen die Erinnerung daran auslöschen. Für die deutsche Demokratie ist jedoch eine kritische Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus, auch 80 Jahre nach Kriegsende, von fundamentaler Bedeutung. “Nie wieder!“ lautete die Haltung und der Geist vieler Generationen politischer und gesellschaftlicher Verantwortungsträger in den Jahrzehnten nach 1945. Dies hat sich in Deutschland in den vergangenen zehn Jahren vor allem aufgrund des Erstarkens der AfD hörbar und spürbar verändert. Demokratie und Freiheit sind keine Selbstläufer, sondern bedürfen gerade in Deutschland der wachen Erinnerung an die Vergangenheit. Damit die Gegenwart verstanden und die Zukunft freiheitlich und demokratisch gestaltet werden kann.
Der Eintritt ist frei. Um Anmeldung wird gebeten: info@saarkupoge.de.
Kontakt: Dr. Burkhard Jellonnek Geschäftsführer der Saarländischen Gesellschaft für Kulturpolitik e.V.



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