Unter dem Titel „Topological Manifolds“ sind bis zum 4. Oktober Werke des Bildhauers und Malers Georg Eisenmenger zu sehen.
Der Künstler setzt sich stets mit Körperbeziehungen auseinander. Die dabei zentralen Falten sind für Eisenmenger ein Symbol für Verbindung und für die Weiterleitung von Bewegung.
Das demonstriert auch die Werkgruppe, die im Kunstraum in der Hofstraße 268 in Koblenz-Ehrenbreistein zu sehen sein wird.
Topologische Vielfalt bezeichnet die unendlichen Möglichkeiten der geometrischen Ausbreitung von Falten:
Wir werfen einen Stein in die spiegelglatte Wasseroberfläche und beobachten, wie sich die Oberfläche in Wellen wirft, die sich kreisförmig ausbreiten, am Wasserrand brechen und gegenläufig Wellen erzeugen. Die Energieeinwirkung des Steins erzeugt Schwingungen. Die Hindernisse am Rand erzeugen Gegenenergie, gegenläufige Schwingungen. Falten sind wie Schwingungen, jede Falte bedingt die Nächste und muss zugleich der Bewegung der vorangehenden Falte gehorchen. Dies findet sich prominent in den Gedanken des Philosophen Leibnitz zur Metaphysik wieder, im Nachdenken über das Verhältnis von Denken und Handeln, Geist und Materie. Stellen wir uns den Geist als eine Seite und die Materie als die andere Seite eines Blattes vor. Wenn wir dieses Blatt, mehrfach fest zusammenfalten, liegen die beide Seiten aufeinander und bilden eine dichte Einheit, Geist und Materie sind miteinander verbunden. Und dennoch kann dieser Block sich zu jedem Zeitpunkt wieder enfaltet und beide Aspekte, Geist und Materie enthüllen. Entfaltung und Vielfalt beziehen sich sprachlich unmittelbar auf das Verhältnis des Individuums zur Gesellschaft, zum Miteinander. Georg Eisenmenger’s Arbeiten erforschen die wortlose Beziehung zwischen uns, die sich in Körpersprache und Bewegung Ausdruck verschafft. Die Art und Weise, wie wir uns zueinander stellen, unsere Flächen und Kanten zeigen und sie einander annähern, wird in seinen Skulpturen und Wandobjekten sichtbar.
