
Alle Jahre wieder färbt sich Saarbrücken im grauen Frühjahr blau, wenn die 47. Auflage des Filmfestivals Max Ophüls startet. Doch gerade im Kern des Festivals gibt es eine hervorstechende Änderung, denn in diesem Jahr wird der im Mai 2025 verstorbene Marcel Ophüls mit der Aufführung einer restaurierten Fassung seines Films „The Memory Of Justice“ (1976) geehrt.

In einem Mosaik aus Wochenschau-Material und zahlreichen Interviews macht sich Marcel Ophüls auf eine „filmische Wahrheitssuche nach den Wurzeln des Totalitarismus“. Er trifft Ankläger und Angeklagte der Nürnberger Prozesse, darunter hochrangige NS-Kriegsverbrecher wie Karl Dönitz und Albert Speer oder den wegen „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ zu lebenslanger Haft verurteilten Medizin-Professor Gerhard Rose. Faktenreich stellt der Film den historischen Prozess in Beziehung zur deutschen Gegenwart Mitte der 1970er-Jahre – und zu den Kriegen in Vietnam und Algerien. Ein „Meisterwerk der Kunst und des Gewissens“ (Time Magazine), das um die Frage kreist: Was hat Nürnberg bewirkt?

Restauriert vom Academy Film Archive in Zusammenarbeit mit Paramount Pictures und The Film Foundation. Die Restaurierung wurde finanziert von The Material World Charitable Foundation, Righteous Person Foundation und The Film Foundation.
Vom 19.-25. Januar 2026 werden an zahlreichen Spielorten insgesamt 146 Beiträge präsentiert. Dabei ist für fast jede Filmvorliebe etwas dabei: Spielfilme (+70 Minuten & Dokumentarfilme, Mittellange (25 bis 70 Minuten) und Kurzfilme. Besondere Programmhighlights sind die regionalen Filme SaarLorLux und die Gastspiele des Bundesfestivals junger Film und des Fantasy Filmfests.
Das ganze Programm finden Sie hier: https://ffmop.de/programm
Preise werden dieses Jahr unter anderem vergeben für den besten Spielfilm, die beste Regie und den besten Schauspielnachwuchs. Außerdem gibt es den Publikumspreis Spielfilm und sein Pendant, den Preis der Filmkritik für den besten Spielfilm, den Preis für den gesellschaftlich relevantesten Film und den Preis der Jugendjury.
Alle Infos zu Preisen, Jury und Wettbewerb finden Sie unter: https://ffmop.de/programm/preise_jurys
Über ein Streaming-Angebot kommen einige der Filme auch bis ins eigene nach Hause, wenn die Couch zu bequem ist.
Unter https://tickets.ffmop.de/ gibt es noch Karten für viele Filme.
Titelbild: 46. Preisverleihung des Filmfestivals Marx Ophüls © Oliver Dietze




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