
„Moine et voyou / Mönch und Strolch“ – Klavierwerke von Francis Poulenc
mit Thomas Layes am historischen Zeitter & Winkelmann-Flügel; Moderation: Ralf Peter
Die 32. Ausgabe der Konzertreihe „Musik-Salon am Sonntag“ befasst sich eigens für das Saarbrücker Kulturbistro Terminus mit einem der bedeutendsten französischen Komponisten des 20. Jahrhunderts: Francis Poulenc. Zwei Seelen wohnten (ach?) in seiner Brust – „Moine et voyou“ (Mönch und Strolch), wie der Kritiker und Musikologe Claude Rostand befand. Und als zwiegesichtigen „Janus Poulenc“ beschrieb sich der Meister des leichten wie tiefgründigen Stils selber. Seine neuartigen Kompositionen waren schelmisch und elegant zugleich und wollten dem damals dominierenden Impressionismus entrinnen, zugunsten größerer Einfachheit und Klarheit.
Poulenc war 1899 in Paris als Spross der Pharma-Industriellen von Rhône-Poulenc geboren worden. Ab dem fünften Lebensjahr unterwies ihn seine kunstsinnige Mutter im Klavierspielen, mit fünfzehn erhielt er für drei Jahre Unterricht beim berühmten Ricardo Viñes. Ihm habe er, wie er später gestand, „alles verdankt“, denn das Konservatorium hatte ihn als zu eigenwillig abgelehnt. So brachte er sich den Rest selbst bei, bis er zu einem hochvirtuosen Pianisten herangereift war, und die Klaviermusik bestimmte auch sein frühes kompositorisches Schaffen. Inspiriert von populären Pariser Vorstadt-Melodien in Music Halls und Café-Concerts, verwandte er Techniken der Dadaisten um Satie und Cocteau, suchte die charmante Vulgarität statt tief empfundener Romantik.
Nach dem Unfalltod seines besten Freundes 1936 gewann die spirituelle Seite des „Janus Poulenc“ die Oberhand, und er wandte sich verstärkt geistlicher Musik zu. Während der deutschen Besatzung vertonte er Texte, wie Paul Éluards Ode La liberté, die ihm anonym aus Kreisen der Résistance zugespielt wurden, und gab sie heimlich in Druck. Als einen Akt des Glaubens und der Zuversicht verstand er dies, und somit behandelt auch sein bekanntestes Bühnenwerk, die Oper „Dialogues des Carmélites“ von 1957 (z.Zt. auf dem Spielplan des Saarbrücker Staatstheaters), das Schicksal von 16 Ordensfrauen, die während der Französischen Revolution auf dem Schafott endeten.
Mit Poulencs Soloklavier-Œuvre, das aus über 50 Werknummern mit weit über 100 Einzelstücken besteht, befasst sich der auf seltenes Repertoire versierte Pianist Thomas Layes im 32. „Musik-Salon am Sonntag“. Schauplatz ist das Saarbrücker Kulturbistro „Terminus“ mit seinem frankophilen Ambiente und dem historischen Zeitter & Winkelmann-Flügel, einem Vorläufer der berühmten Schimmel-Instrumente. Darauf präsentiert Layes eine schelmisch-elegante Auswahl aus Poulencs pianistischer Vita, vom augenzwinkernden Frühwerk der 1910er/20er-Jahre bis hin zum letzten Klavierstück, einer “Hommage à Édith Piaf”, komponiert vier Jahre vor seinem Tod 1963.
Die Konzertreihe „Musik-Salon am Sonntag“ („inzwischen mit Kultstatus veredelt“, so Martina Krawulsky, SZ) serviert neugierigen Ohren pünktlich zum Five O’Clock eine Melange aus Bekanntem und Rarem, locker garniert mit informativen Plaudereien (Moderation: Ralf Peter).
Der Eintritt ist frei!
Reservierung unter: terminus.sb@mail.de oder 0681-95805058.
Titelbild: Thomas Layes – © foto J.M. Laffitau



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