Am Sonntag, 16. August um 15 Uhr findet eine öffentliche, kostenlose Führung durch die Ausstellung „Close enough“ statt.
Der Ausstellungstitel greift ein bekanntes Zitat des Magnum-Mitgründers Robert Capa auf und hinterfragt es zugleich: „If your pictures aren’t good enough you’re not close enough.“ „Wenn deine Bilder nicht gut genug sind, bist du nicht nah genug dran.“ Ursprünglich im Kontext der Kriegsfotografie entstanden, erhält diese Aussage hier eine ganz neue und vielschichtige Bedeutung. Nähe steht nicht allein für räumliche Entfernung, sondern meint viel mehr Vertrauen, Komplizenschaft und Verbindung zwischen Fotografin und Porträtierten. Die präsentierten Arbeiten erzählen von Zugehörigkeit, Intimität und Repräsentation, thematisieren aber auch Fremdheit, Verletzlichkeit und Machtverhältnisse. Die Ausstellung stellt damit auch die Annahme infrage, dass physische Nähe automatisch auch Transparenz und Unmittelbarkeit schafft.
Die Auseinandersetzung mit Nähe ist als zentrales Verhältnis im dokumentarischen Bild gedacht, zwischen Kamera und Subjekt, zwischen Blick und Reaktion, zwischen Macht und Empathie. Kuratorisch liegt der Schwerpunkt darauf, jeder Arbeit ihre eigene Sprache und ihren Raum zu belassen, ohne sie einer übergeordneten Lesart oder thematischen Struktur unterzuordnen. Begleitet werden die Arbeiten von kurzen Texten, in denen die Fotografinnen ihre Projekte aus persönlicher Perspektive beschreiben und Einblicke in ihre fotografische Herangehensweise geben.
Zu sehen sind Werke von Olivia Arthur, Myriam Boulos, Sabiha Çimen, Bieke Depoorter, Carolyn Drake, Nanna Heit mann, Susan Meiselas, Cristina de Middel, Hannah Price, Lúa Ribeira, Alessandra Sanguinetti und Newsha Tavakolian.
Die Ausstellung ist eine Kooperation mit Magnum Photos Paris.
Foto: Susan Meiselas, A refuge in the Black Country. Dawn, Suite 7, UK. 2016 © Susan Meiselas / Magnum Photos
