
Von Peter Michael Bitz
Es ist wieder soweit: Vom 12. bis zum 20.10. steht St. Wendel unter Jazzstrom. Der Prolog geht wie gewohnt über die Bühne des Kurhauses Harschberg (12.9.). Am Wochenende (18.-20.9.) versammelt sich die Fan-Gemeinde wieder im Saalbau, in dem sich einige Granden des europäischen Jazz ein Stelldichein geben. An allen drei Abenden präsentiert sich die Elite kontemporärer Kammer-Jazzer in Duoformation, am Freitag (18.9.) Norwegens Vorzeige-Bassist Arild Andersen und der italienische Tastenspieler Daniele di Bonaventura, der ein Bandoneon ebenso beseelt zum Klingen bringt wie das Piano.
Als der damalige Musiklehrer Ernst Urmetzer Anfang der 1990er Jahre Auftritte seiner Schüler- Bigband Urknall mit anderen Jazz-Darbietungen garnierte und sich das Pflänzchen zu einem veritablen Jazz Festival auswuchs, ahnte wohl kaum jemand, dass damit der Grundstein für einen soliden Pfeiler saarländischer Musik-Kulturpflege gelegt wurde. WND Jazz wurde ein Dauerbrenner. Seit 35 Jahren ist das Jazzfest nun schon ein beständiger Publikums-Magnet. Die Freude daran sich unter Ernesto Urmetzers kundiger Führung auf eine musikalische Welt- oder Kontinentalreise zu begeben, bestimmt Jahr für Jahr den kulturellen Biorhythmus vieler Jazzfexe.
Der Schweizer Jazz-Vokalist Andreas Schaerer und der spanische Pianist Daniel Garcia treten am Samstag (19.9.) in einen spannenden Dialog, und den Finalabend (20.9.) krönt ein französisches Duo. Der Lyoner Saxophonist und Bassklarinettist Louis Sclavis und der Straßburger Pianist Benjamin Moussay führen vor, wie anrührend und wie ästhetisch der Gegenwartsjazz ein Auditorium für sich einnehmen kann. Altersdiskriminierung gibt’s nicht auf St. Wendels Jazz Bühnen – Arild Andersen, der große alte Bass-Mann, darf sogar zweimal ran: am Freitag mit Daniele di Bonaventura und am Samstag mit seiner Working Group. 80 Jahre und kein bisschen müde!
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Titelbild: Marius Neset, norwegischer Jazzmusiker Foto © Peter Meurer



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