
Die Brüsseler Dependance der Galerie Nosbaum Reding lädt am 10. September zu einem besonderen Saisonauftakt ein: Mit „Shed: Works on paper“ präsentiert die Galerie die erste Einzelausstellung des US-amerikanischen Künstlers Nat Meade in ihren belgischen Räumen.
In dieser Schau erkundet Meade die fragilen Strukturen, die unser Gefühl von Zugehörigkeit, Erinnerung und Transformation prägen. Bereits der vielschichtige Titel „Shed“ gibt die Richtung vor: Er erweckt einerseits den improvisierten Schutz eines Schuppens – einen intimen Ort des Sammelns und der familiären Verbindung. Andererseits verweist das englische Verb „to shed“ auf den Akt des Ablegens und Häutens, das Loslassen ererbter Formen und Ideen, um Platz für Veränderung zu schaffen.
Der in Brooklyn lebende Künstler hat sich international einen Namen durch seine psychologisch dichten Porträts gemacht, die sich in einem spannungsreichen Raum zwischen Figuration und Abstraktion bewegen. Im Zentrum seines Schaffens steht fast ausschließlich die männliche Figur, oft dargestellt als archetypische, blockhafte Gestalt in Momenten der Isolation oder der Introspektion.
Die Brüsseler Schau legt den Fokus explizit auf Meades Arbeiten auf Papier. Durch dieses Medium bricht der Künstler zu einem unmittelbareren, experimentelleren Prozess auf. Abseits starrer Konzepte erlaubt das Papier ein spontanes und offenes Arbeiten, bei dem Figuren, Erzählstrukturen und Bildwelten während des Malens fließend ineinandergreifen und sich im Schaffensprozess Schicht für Schicht verwandeln. Seine Charaktere, die oft bärtig und mit melancholischem Blick dargestellt sind, hinterfragen traditionelle Rollenbilder und verweisen gleichzeitig auf kunsthistorische Vorbilder.
Die Vernissage beginnt um 18:00 Uhr in der Rue de la Concorde.
Bild: Ein Werk aus Nat Meades Reihe „Shed: Works on paper“ © Foto: Nat Meade, 2026 Nosbaum Reding



Schreibe einen Kommentar