
Von Jaqueline Palilla aus OPUS 117
„Jeder Mensch verbindet Erinnerungen, Gefühle und besondere Momente mit ihnen. Blumen schaffen sofort emotionale Nähe – ästhetisch, zugänglich und voller persönlicher Bedeutung“, schreibt Prof. Dr. Eckart Köhne, Direktor des Badischen Landesmuseums. Gemeinsam mit Susanne Schulberg leitet Köhne auch die Staatliche Kunsthalle Baden-Baden.
Die Kooperation beider Häuser stellt in „Bloom up“ historische Kulturgüter und zeitgenössische Kunst gegenüber: Bauernschränke aus dem 18. und 19. Jahrhundert mit Blumenmotiven als Liebessymbol sind neben den großformatigen Blütenskulpturen des Künstlerpaares Petrit Halilaj und Álvaro Urbano platziert. Dessen übergroßen Blumen wirken wie aus einer Szene aus Alice im Wunderland.
Einen kritischen Blick auf die Machtverhältnisse innerhalb von Beziehungen wirft Belia Zanna Geetha Brückner. Mit ihrer Serie „Hard to Say I‘m Sorry“ zeigt sie Blumensträuße als Entschuldigungsgeste in toxischen und gewaltvollen Bindungen. Der Künstler Willem de Rooij widmet sich mit seinem „Bouquet IX“ einem gesellschaftskritischen Thema: Durch die Verwendung ausschließlich weißer Blumen nimmt er Bezug zu „Whiteness“, einem Zustand, der weiße Kultur als Norm definiert und von De Rooij hinterfragt wird. An den Entstehungsprozessen der Kunstwerke kann das Publikum in digitaler Form teilnehmen.
Neben Studio Visits ermöglicht die „Bloom App!“ einen interaktiven Austausch durch Spiele und Abstimmungen. Der Dating-Modus sorgt für ein näheres Kennenlernen der BesucherInnen. Dann aber nicht digital, sondern ganz real. Vor Ort sind Blumen, um die Begegnungen aufblühen zu lassen.
Titelbild: Blick in die Ausstellung, Schrank mit Füllhörnern aus Blumen, Friedenweiler, 1832 und Petrit Halilaj und Álvaro Urbano, 16. März 2019 (Poppy), 2020, © Badisches Landesmuseum, Foto: ARTIS – Uli Deck
bloomup-ausstellung.de



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